Liebe Bea,
Beatrice, die Reisende, die Pilgerin !
Es war im März 2007 als ich Dich kennengelernt habe.
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Du standst, mit Deiner Tochter Bea Mica auf dem Auslaufpaddock der Pferdegynäkologie in der veterinärmedizinischen
Universitäts- klinik Wien und warst wie eine
unserer Stuten "Laura" zur Besamung dort.
Ich weiß noch, dass ich Deinen Besitzer, Herrn
Lienhart, gefragt habe, ob ich Dir Karotten und Äpfel füttern darf –
was er selbstverständlich nicht verboten hat -.
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Oft sind
Dein Besitzer und ich auf der Gartenbank in der Klinik gesessen und
haben auf den bestellten Samen gewartet.
Bei jedem Kurier der kam
waren wir aufgeregt, ob es wohl der Samen für unsere Stuten ist.
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Da Du ja Deine Tochter, die zu diesem Zeitpunkt 6
Wochen alt war dabei hattest, habe ich Deinem Besitzer manchmal geholfen
euch in die Reithalle zu bringen. Bea Mica musste schließlich lernen
ein Halfter zu tragen oder auch mal nicht neben Dir zu gehen.
Ich sah schon damals, dass Du etwas Besonders
bist. In Bewegung warst Du mit Körpersprache und ruhigen Stimmkommandos zu
dirigieren.
Gut kann ich mich erinnern, als bei Dir die
Trächtigkeitskontrolle gemacht wurde, die Tierärztin hatte gleich ein Baby
in Dir gefunden !
Einen Tag später wurdest Du mit Deiner Tochter wieder in Deinen Stall ins
Burgenland gebracht.
Mit Deinem
Besitzer war ich weiterhin in Verbindung.
Anfang Oktober 2007 wurde Deine Tochter Bea Mica (rechts) von dir
abgesetzt.
Gleichzeitig wurde auch Deine Enkeltochter Berenice (links)
abgesetzt und beide kamen zu uns in den Stall.
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Wenige Tage später wurdest Du nach Deutschland in ein
Gestüt nach Hörstein gebracht, wo Du Dein Baby hättest bekommen sollen und
dieses dort auch aufgezogen werden sollte.
Doch so weit sollte es nicht kommen. Schon bald hat
mich Dein Besitzer angerufen und mir mitgeteilt, dass Du, als Du in
Hörstein ausgestiegen bist, rossig geworden bist.
Kein gutes Zeichen, denn das hattest Du noch nie gemacht, während einer
Trächtigkeit gerosst.
Dein Besitzer war immer am Überlegen was er nun tun
soll, ob und wenn ja mit welchem Hengstsamen er Dich belegen soll. Vor
allem war der Zeitpunkt nicht günstig, da Du Dein Baby im Winter geboren
hättest.
Schlussendlich gab es eine Entscheidung. Du kamst zu
uns in den Stall und solltest hier belegt werden und mit Deinem Baby bei
uns bleiben.
Sonntag 24.02.2008
Dein Besitzer hat Dich von Deutschland geholt.
Etwas klapprig bist Du ausgestiegen, kein Wunder bei dem langen Transport
von 8 Stunden.
Fast hätte
ich Dich nicht erkannt, Du hattest Dich verändert, die Zeit hat
Zeichen hinterlassen !
Bald kam noch eine weitere Tochter, Bea´s Tanzmaus, zu uns.
Ein Teil Deiner Familie war nun hier, zwei Töchter und eine
Enkeltochter.
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Von Anfang
an hast Du Dich bei uns wohl gefühlt, Du standst in der Herde mit
unseren 7 Pferden.
Auch wenn
Du im Galopp nicht immer mithalten konntest, so warst Du immer ein
wesentlicher Bestandteil, alle haben Dich akzeptiert.
Die
Leittiere haben Dich ein bisschen in Schutz genommen, damit Dir
nichts passiert, obwohl Du Dich auch selber zur Wehr setzen
konntest.
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Bald nach
Deiner Ankunft brauchten wir Dich nicht mehr am Strick führen, Du
warst etwas Besonderes, Du wusstest was zu tun ist und wohin Du
gehst, niemals hast Du etwas Gefährliches getan !
Nicht nur
der Strick wurde weggeräumt, bald trugst Du auch kein Halfter mehr –
wozu auch, Du wusstest was Du willst – Wir haben Dich immer als
„ausgewildert“ bezeichnet.
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Es war ein wunderbarer Sommer mit Dir, die Hitze hast
Du gut ausgehalten, die Nächte auf der Weide waren für Dich erholsam.
Aufmerksam hast Du auf unseren Nachwuchs Revoluzzer aufgepasst, Deine
flinke Tochter und Enkeltochter hast Du gut unter Kontrolle gehabt !
Alle haben Dich akzeptiert, von groß bis klein, Du gehörtest zur Herde wie
auch zu uns !
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Das erste mal, als Du Dich am Viereck in die Sonne gelegt hast, war der
Schrecken groß, wir dachten Dir fehlt etwas, dabei hast Du nur die Sonne
genossen und Dich ausgeruht !
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Es war ein Vertrauensbeweis Deinerseits, dass Du Dich am Viereck hingelegt
hast oder den Traktor gestoppt hast, sogar Dein Besitzer kannte das nicht
von Dir !
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Als eine Deiner Töchter (Bea´s Tanzmaus) unseren Stall verließ um ihren
weiteren Weg zu gehen, hast Du beschlossen eine andere Box zu beziehen, im
Stalltrakt Deiner Leittiere, Hugo und Laura.
Deine Boxentüre wurde in der Früh geöffnet und um Mitternacht wieder
geschlossen, Du konntest tun was immer Du wolltest, herumspazieren oder
mit den anderen auf die Weide.
Über den Sommer hast Du gut an Gewicht zugenommen, Du
hast gut ausgesehen und Dich sichtlich wohl gefühlt.
Im Dezember 2008 hattest Du manchmal wenig Appetit und
die ein oder andere Mahlzeit ausgelassen. Sofort haben wir den Tierarzt
gerufen und Deine Blutwerte kontrollieren lassen.
Schon da zeigten sich leichte Veränderungen, die das Alter so mit sich
bringt, Tragisches war nicht erkennbar.
Von da an ging es Dir öfter mal schlechter, doch Du
hast gekämpft und einen unheimlichen Lebenswillen gezeigt. Die Phasen
in denen
es Dir gut ging waren häufiger als die schlechten Phasen.
Alle paar Wochen haben wir Deine Blutwerte
kontrolliert, leider wurden die immer schlechter und Dein Gewicht wurde
stetig weniger !
Die letzten Wochen hast Du viel Kraft und Ausdauer bewiesen, auch scheint
Dir der Abschied schwer gefallen zu sein.
Du hast Stärke gezeigt, als Deine beiden Leittiere den Stall
für einige Tage verlassen haben, anfangs war es schwer für dich, doch
hattest Du Dich tapfer durchgeschlagen und konntest nach 5 Tagen Deine
Freunde wieder im Stall begrüßen.
Am Sonntag 18.Jänner 2008 waren noch einmal die
Tierärzte da.
Der Verdacht, dass Du an Krebs leidest wurde leider bestätigt.
Wir und auch kein Tierarzt konnten Dir nicht mehr helfen, die Tatsache
stand fest, der Abschied von Dir wurde Realität und rückte unweigerlich
näher, war unaufhaltsam, doch niemand konnte sagen WANN es so weit sein
wird !
Wir beratschlagten uns noch mit den Tierärzten (an dieser Stelle ein
herzliches Danke an unseren Tierarzt Dr.Erich Scherr) wie wir Dir das Leben noch
erleichtern können, falls Schmerzen auftreten, wie weiter vorgegangen wird, wann der
Zeitpunkt des Abschieds sein wird….
Am Sonntag den 18.Jänner 2009 um 16:20 Uhr, 4 Stunden
nachdem die Tierärzte da waren, hast Du uns die Entscheidung abgenommen
und hast Deine letzte Reise aus freien Stücken angetreten.
Als wenn Du noch gewartet hättest, das auch UNS das mitgeteilt wird, was
Du schon wusstest, nämlich dass Du gehen wirst !
Es spiegelt Deinen Charakter wieder, dass Du es selbst
entschieden hast und uns die schwere Entscheidung abgenommen hast.
Du warst eine besondere Stute, hast jedem alles Recht machen wollen, warst
bedacht darauf, dass Du keine Umstände machst !
Du warst für uns eine Bereicherung, hast gezeigt, wie
intelligent Pferde sind und uns gelehrt wie ein Pferd „tickt“.

Liebe Bea, wir hoffen Deine Reise über die
Regenbogenbrücke war nicht anstrengend und Du bist gut angekommen und
herzlich empfangen worden !
Nun ist Dein Leid Vergangenheit, Du kannst wieder anständig
fressen und trinken und die unendlichen Weiden werden Dir sicher auch gut
gefallen, jetzt, wo Du wieder richtig gut galoppieren kannst !
Dein Sohn, der Bezirksrat, auch Deine Mama, Bellevue,
sowie Dein Papa der Schwadroneur, die Dich schon lange nicht gesehen
haben, werden sich sicher sehr gefreut haben Dich zu sehen !
Liebe Bea, Du hinterlässt ein großes Loch, wir danken
Dir für die gemeinsame Zeit, Du hast uns viel gelehrt und gezeigt.
Danke für das Vertrauen das Du uns entgegen gebracht hast, wir wissen es
sehr zu schätzen !
Wir vermissen Dich, Du warst eine ganz besondere Stute, danke dass es Dich
gegeben hat und dass wir Dich kennenlernen durften !
Mach´s gut und vergiss nicht, es ist kein Abschied für
immer, es wird der Tag kommen, an dem wir uns wiedersehen werden !!
By by Bea !
Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde. Wegen der vielen
Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens.
Auf einer Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und
saftigem grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es stets zu fressen und zu trinken und es ist immer warmes,
schönes Frühlingswetter.
Die alten und kranken Tiere werden im Land hinter der
Regenbogenbrücke wieder jung und gesund und spielen den ganzen Tag
zusammen.
Die Tiere sind dort glücklich und zufrieden und es gibt nur eine
Kleinigkeit, die sie vermissen.
Sie sind nicht mit dem Menschen zusammen, den sie so sehr geliebt haben.
So laufen und spielen sie den ganzen Tag zusammen, bis eines Tages
plötzlich eines von Ihnen innehält und aufsieht.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich nach vorne und die Augen werden
groß.
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus, fliegt über das grüne Gras.
Wird schneller und schneller.
Es hat Dich gesehen und wenn Du und Dein Liebling sich treffen,
nimmst Du ihn in die Arme und hältst ihn so fest Du kannst.
Dein Gesicht wird abgeschleckt, wieder und wieder und endlich schaust
Du nach langer Zeit in die Augen Deines geliebten Tieres, das lange aus
Deinem Leben verschwunden war ...
aber nie aus Deinem Herzen !
Dann überschreitet Ihr gemeinsam das letzte Stück der Brücke des
Regenbogens und ihr werdet nie wieder getrennt sein....
nie wieder